Sonntag, 26. September 2010

Unwörter

Dürfte ich an der Wahl zum Unwort des Jahres teilnehmen, würde meine Stimme der "Neiddebatte" gehören. Vor kurzem nahm Herr Kopf es in den Mund, um ein anderes Unwort, "Reichensteuer", ausgesprochen von Herrn Schieder, zu entschärfen. Erstaunlicherweise handelt es sich nur um Neid, wenn Stiftungsbesitzer einen adäquaten Steuersatz bezahlen sollen. Hingegen, wenn Frau Marek jemanden nicht mal die Mindessicherung gönnt, hört man das Unwort "Neiddebatte" nie. Viel eher hört man "soziale Hängematte", aus der uns Frau Marek mit dem Besen jagen will.
Es ist Wahlkampf in Wien und Unwörter haben Saison, "Mitwirkungsplicht" ist ein weiteres Beispiel dafür. In Wahlkämpfen argumentieren Politiker besonders dumm, weil sie glauben der Wähler versteht nur einfache Botschaften. Der Wähler akzeptiert das, weil er selbst glaubt, dass das "Wahlvolk" nur einfache Antworten versteht und wählt trotzdem. Ab und zu halt.

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